3, 2, 1, oder: Die Kunst, alleine ein Fahrrad zu fotografieren

Wir schreiben Februar 2018. Mein brandneues Enduro-Mountainbike ist fertig und traditionell lasse ich es mir nicht nehmen, jeden neuen Hobel umgehend einmal in schick zu fotografieren. Diesmal allerdings im Februar, eigentlich schon zu spät am Tag und vor allem: ohne Helfer. Eine Mini-Story darüber, wie ein Foto entsteht.

Ich bin kein Freund von digitaler Nachfrickelei, wenn es nicht unbedingt notwendig ist, also ist es wichtig, dass das Rad auch ohne irgendeinen Stock oder Fahrradständer in Position bleibt. Wie machen wir das? Sagen wir so: Mit ein paar kleinen Hilfsmitteln, gnadenloser zeitlicher Perfektion und ein bisschen Glück.

Packen wir mal den Koffer. Folgendes Equipment ist dabei:

  • Canon EOS 5D Mark IV
  • Canon 70 – 200 mm IS f/2.8
  • Manfrotto-Kamerastativ
  • Jinbei HD-600 HSS Akku-Studioblitz
  • Funkauslöser Yongnuo YN622C / Yongnuo YN-622C-TX
  • Studio-Blitzstativ
  • Softbox

Und damit ist fröhliches Kofferpacken angesagt. Sämtliches Equipment soll in meinen Fotorucksack, damit ich auch direkt auf und mit dem neuen Bike auf den anderen Hügel hinterm Tal strampeln kann. Für einen Rucksack-Transport habe ich jetzt ziemlich sperriges Zeug dabei, aber ich kann ja gemütlich fahren.

Mein Plan lautet wie folgt: Mein Bike freistehend wie immer fotografieren, ohne sonstige Hilfsmittel, mein Handy mal ausgenommen. Außerdem sollte ich mich beeilen, denn der Himmel feuert grad schöne Januarfarben ab, aber in wenigen Minuten wird es dunkel.

Wie machen wir das jetzt mit dem Foto? Mein Handy fungiert in diesem Fall als Fernauslöser, denn seit meinem Wechsel auf Canons 5D Mark IV lassen sich Bilder via W-Lan mit dem Handy aufnehmen – inklusive Fokussierung und Kamera-Einstellungen.

Auf dem Fotohügel angekommen, wird der Blitz aufgestellt, die Kamera aufs Stativ geklemmt und das Rad positioniert. Ich stelle fest, dass das W-Lan-Signal ab 15 Meter Entfernung durchaus seine Schwächen hat und die Kamera recht lang fokussiert; ein manueller Fokus ist mir angesichts der vielen Versuche mit dem Bike, das nicht immer perfekt identisch steht, auch nicht ganz recht. Das letztendliche Foto ist nicht weniger schwierig zu machen: Handy bereit halten, 3 Sekunden-Timer einstellen, Hinterrad festhalten, laut mitzählen, wegspringen, hoffen, dass das Foto im richtigen Moment gemacht wurde, im besten Fall das Rad wieder fangen.

Insbesondere letzteres ist mir bei knapp 5 Versuchen nicht wirklich immer gelungen. Sei’s drum. Ist ja ein Gebrauchsgegenstand… 

Und nun – viel Spaß beim Ergebnis:

Wo bitte ist der Fokus? Und wo ist das Rad? Wir befinden uns definitiv noch ganz am Anfang.
Zentriert, korrekte Belichtung, Rad ist auch da. Schon besser.
In diesem Foto offenbart sich die ganze Groteske, die man normalerweise bei einem fertigen Foto gar nicht sieht. Unvorteilhafter geht kaum. Aber ja, so soll es ungefähr sein.

Aber nun – das Endergebnis!

Banshee Prime 2018. 

Canon EOS 5D Mark IV | EF70-200mm f-2.8L IS USM | 1-400 Sek. | f/3,2 | 130 mm | ISO 800

Wie sieht es mit euch aus? Was waren eure wildesten Foto-Aktionen?

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