Foto-Equipment Teil 1: Meine Lieblingsobjektive

Ich bekomme von Freunden oft ähnliche Fragen gestellt:

  1. Ich suche eine Kamera. Was kannst du empfehlen?
  2. Ich suche ein cooles Objektiv, mit dem ich irgendwie alles machen kann. Welches ist denn gut?

Frage 1 lässt sich nach der Frage des Preislimits relativ schnell klären.

Frage 2 ist schon schwieriger. Das perfekte Objektiv für alles gibt es nämlich nicht. Wie schon Mountainbike-Guru Keith Bontrager sagte: „Strong, Light, Cheap, pick two“. Und so ließe es sich auch auf Objektive abwandeln: „Lichtstark, günstig, hochqualitativ. Wähle zwei“. Heißt: Es gibt günstige, lichtstarke Objektive wie das Canon EF 50mm f/1.8 STM, das gerade für den Einsteiger sehr okay ist, aber qualitativ dann doch wenig mit richtig tollen Objektiven zu tun hat. Es gibt aber auch lichtstarke, hochqualitative Objektive wie das Canon EF 50mm f/1.2L USM, das eine großartige Optik besitzt, aber leider soviel kostet wie ein gebrauchter Kleinwagen.

Kurzum: Man muss an einer Stelle immer irgendwo Kompromisse machen.

Im ersten Teil meiner Equipment-Reihe möchte ich euch nun die drei Objektive vorstellen, die ich praktisch immer dabei habe und euch dazu einige Bilderbeispiele präsentieren. Los geht’s – ich wünsche euch viel Spaß!

Sigma 35mm F1,4 DG HSM Art

Was, kein Canon? Wie bitte, kein Zoom? Und dann auch noch ein Sigma? Jau! Seit dem vergangenen Frühjahr besitze ich die lichtstarke Festbrennweite und lege sie mittlerweile nur noch äußerst selten aus der Hand.

Was das Objektiv für mich so besonders macht? Eine Schärfe, die einer Carolina Reaper-Chili in nichts nachsteht. Dabei entsteht gerade bei Offenblende (Schärfe: immer noch Carolina Reaper) ein vignettierter, besonderer Look, der das Bild gleichzeitig ungewöhnlich, aber andererseits durch den leichten Weitwinkel sehr natürlich wirken lässt. Dass die hohe Lichtstärke das Objektiv auch noch für abendliche Aktivitäten attraktiv macht, ist ein zusätzlicher Bonus. Daher: Mein Lieblingsobjektiv. Die Beispiele:

Canon EOS 5D Mark IV | 35mm | 1-320 Sek. bei f – 1,8

Canon EF 70-200mm f/2.8L IS USM

Bis zum Sigma war das „Immerdrauf“ sämtlicher Action-Fotografen auch meine allererste Wahl und fast ist es das immer noch. Das 70 – 200 ist äußerst robust, für ein Zoom-Objektiv sehr scharf und mittlerweile über 12 Jahre alt. Genutzt wird es bei mir primär für Action-Fotos, aber auch für Portraits und erst recht für Produkte, denn neben der schönen Schärfe bietet es auch ein angenehmes Bokeh.

Außerdem ist es schon ganz schön viel herumgereist: In den Zwischenräumen der Gummirillen wird man vermutlich immer noch amerikanischen, kanadischen, japanischen und alle möglichen Arten europäischen Staubes finden.

Einige Beispiele gibt es hier:

Canon EOS 5D Mark IV | EF70-200mm f-2.8L IS USM | 1-4000 Sek. bei f – 9,0

Sigma 15 mm F2,8 EX DG Fisheye

Aller guten Dinge sind drei: Auch das dritte Objektiv begleitet mich schon viele Jahre. Ebenfalls ist es von Sigma, weil mir damals das Pendant von Canon viel zu teuer war. Das Sigma 15 mm ist zwar nicht wasserfest, aber dennoch ganz schön unverwüstlich, hat bisher – im Gegensatz zu fast allen meinen Objektiven von Canon – immer noch nicht ein Fitzelchen seiner Schärfe eingebüßt und überzeugt mich mit dem charakteristischen Fischaugen-Effekt seit Jahren.

Aufpassen muss man damit allerdings schon ein wenig: Die Fisheye-Optik passt erstens nicht zu allen Arten von Bildern (besonders von Menschen sollte man nur dann Fisheye-Fotos machen, wenn man möglichst unvorteilhafte Fotos erzeugen will…), zweitens nutzt sich der Effekt im Laufe einer Fotostory relativ schnell ab und die Fotos wirken unnatürlich. Es gilt also: Bedacht ist die Mutter der Fisheye-Kiste! Gerne ab und zu mal ein Fisheye-Foto passt, zu oft hingegen ist nicht gut.

Beispiele:

Canon EOS 5D Mark IV | 15mm | 1-40 Sek. bei f – 3,2-2

Ich hoffe, euch hat diese kleine erste Reise durch meine Lieblingsobjektive gefallen – demnächst wird die Reihe mit weiteren Modellen fortgesetzt: Was meine sonstigen Standard-Objektive sind und mit was für Exoten ich sonst öfter mal fotografiere.

Was sind eure Lieblings-Teile?

2 Gedanken zu „Foto-Equipment Teil 1: Meine Lieblingsobjektive

  1. GuF Antworten

    Mein Liebling ist gegenwärtig noch Sony RX100 IV: Mehr Bildqualität passt in keine Trikottasche!. Mit Griptape versehen ist die Kamera nicht mehr rutschig und mit Träger-Trap zusammen machste auch gute Bilder von dir, wenn du solo unterwegs bist.

    • johannesherden Autor des BeitragsAntworten

      Hey Gunnar,
      da stimme ich dir definitiv zu! Was die Qualität in Relation zur Kameragröße angeht, ist die RX100 definitiv weit vorne. Auch ich besaß Mk I der RX100 für einige Zeit, mein Problem war tatsächlich auch die „Rutschigkeit“ der Kamera und insgesamt die für mich etwas kleinen Bedieneinheiten. Bildqualität allerdings tatsächlich top.

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